1974 bis 1983:

Der Weg zum Höhepunkt

Am 27. Oktober 1974 hatten sich die 19 Chöre beim Kreisleistungssingen im Betzdorfer Gymnasium versammelt.

Als Wertungsrichter fungierte Bundeschormeister Rudolf Desch aus Sobernheim. Der MGV stieg in die Spitzengruppe der Vereine aus dem Singkreis Altenkirchen auf und qualifizierte sich damit für das im nächsten Jahr stattfindende Regionalsingen.

Einen musikalischen Leckerbissen besonderer Art bescherte der MGV mit seinem Frühlingsfest im Pfarrheim. Zu diesem Konzert hatte man einen Meisterchor eingeladen. Die 40 Sänger des MGV „Sangesfreunde“ Kaan-Marienborn boten dem aufmerksamen Publikum wahrhaft meisterlichen Chorgesang.

Der Wechsel

Ebenso wie es vielen anderen Vereinen ergeht, kann auch die Suche nach einem neuen Dirigenten zwangsläufig den Beginn einer neuen Ära in der Vereinsgeschichte bedeuten. Nach 10jähriger Dirigentschaft legte zum Jahreswechsel 1974/75 Chordirektor Busch sein Amt aus Altersgründen nieder. Für seine verdienstvolle Tätigkeit, den Verein zu einem der bekanntesten Chöre des hiesigen Sängerkreises gemacht zu haben, wurde ihm aus Dankbarkeit die Ehrendirigentschaft verliehen.

Die aktiven Sänger mit ihrem Vorstand können sich glücklich preisen, in Clemens Bröcher einen würdigen und dynamischen Nachfolger gefunden zu haben, der alle Sänger zu begeistern weiß.

1977 das Jahr der Krönung

19./20.3.1977
Der MGV „Sangeslust“ Birken ersang sich vor den gespitzten Ohren so kompetenter Wertungsrichter wie Prof. Hermann-Josef Rübben (Köln), Prof. Friedrich Treiber (Heidelberg) und Chordirektor Gerhard Wind (Mannheim) den Titel des Meisterchores. Weiter heißt es: „Jetzt können wir der Vereinsgeschichte die Krone aufsetzen.“

Der Erfolg wäre ohne den jungen und dynamischen Chorlieter Clemens Bröcher aus Ottfingen nicht denkbar gewesen. Vier Jahre lang kann sich nun der MGV „Sangeslust“ Birken als Meisterchor bezeichnen. Bundeschormeister Rudolf Desch gratulierte dem 1. Vorsitzenden Manfred Müller und überreichte ihm die begehrte Meisterchor-Urkunde. Der Erfolg der Sänger verbreitete sich in Windeseile in Birken und Honigsessen. Die ortsansässigen Vereine und viele Bürger bereiteten den Meistersängern beim Gasthof „Zur Post“ einen jubelnden Empfang. Vor hier aus wurde der „Meisterchor“ bis zu seinem Vereinslokal Demmer, dem Stammlokal seit der Gründung des Vereins, geleitet.

Anlässe zur Freude

Es waren weiterhin die guten Vorträge, welche die Zuhörer mitrissen und begeisterten. Bei dem Gesangswettstreit am 15. Mai in der Altenkirchener Sporthalle, den die Wiedbachtaler Sangesfreunde Neitersen veranstalteten, konnten drei wertvolle Pokale errungen werden.

Noch gang im Zeichen der „Meisterehre“ feierte der MGV vom 22. bis 24. September 1978 unter Mitwirkung einiger Meisterchöre im kleineren Rahmen sein 55jähriges Bestehen. Wie schon bei vielen anderen Anlässen auf ein reges Vereinsleben in der Gemeinde lobend hingewiesen wurde, so wurde in den Ansprachen die Birkener „Sangeslust“ als Gemeinschaftsgut geachtet. Der Verein ist einer der Kulturträger, der die Ortsgemeinde Birken-Honigsessen weit über die Grenzen der engeren Heimat bekannt gemacht hat.

Weitere Erfolge blieben nicht aus. Beim Gesangswettstreit in Obererbach bei Limburg belegte der Meisterchor den 1. Platz. Wettstreite tragen mit dazu bei, sic h nicht auf dem Erreichten auszuruhen. Stets sollte man bemüht sein, sein Können unter Beweis zu stellen. Bewiesen hatten es die Sänger wieder einmal beim Gesangswettstreit in Ebernhahn. Sie ersangen sich den 1. Preis, während ihr Chorlieter den Dirigentenpreis erhielt.

Unaufhaltsam schien der Erfolg des Chores zu sein. Wertvolle Preise erzielte er beim internationalen Gesangswettstreit in Lindenholzhausen bei Limburg. In der Klasse 3 wurden folgende Preise errungen: 2. Ehrenpreis, 1. Klassenpreis, 1. Volksliedpreis und den Dirigentenpreis.

Um die Arbeit aller bemüht

„Das Niveau Ihres Chores liegt über dem Mittelmaß des Kreises“. Mit diesen Worten würdigte der Vorsitzende des Sängerkreises Altenkirchen, Günter Stein, den MGV „Sangeslust“ Birken-Honigsessen. Anlass dieser Aussage war die Ehrung ihres 1. Vorsitzenden Manfred Müller.

25. Jahre lang hat Manfred Müller die Geschichte des Vereins mitentscheidend gelenkt. Ein Blick auf die Entwicklung des MGV zeigt deutlich, wie mannigfaltig die Aufgaben waren und in Zukunft sein werden. Die Führung des Vereins verlangt von seinem Vorsitzenden Ausdauer, unermüdlichen Einsatz, ständige Gesprächsbereitschaft und große Offenheit. Dass der 1. Vorsitzende diese Aufgabe erfüllt, drücken ausdrucksvoll die Worte von Franz Becher aus, wenn er schreibt: „Einen besseren Menschen als Manfred Müller hätten wir uns in den vergangenen 25 Jahren für dieses Amt nicht wünschen können.“

Der alles verbindende und tragende Bogen dieser Aufgaben ist jedoch das Gebot der Freundschaft. Sie erst schafft die Voraussetzung dafür, sich offen, vertrauensvoll und füreinander verantwortlich zu fühlen.

Nach einem Vierteljahrhundert Amtszeit ist daher die Feststellung gerechtfertigt, dass Manfred Müller sich um den MGV „Sangeslust“ Birken-Honigsessen verdient gemacht hat.

Die jüngste Vereinsgeschichte
1983

Das 60jährige Gründungsfest vom 27. bis 29. Mai unter der Schirmherrschaft der Ehrenmitglieder Dr. med. Karl Tillmann, Witten und Fritz Neuhaus, Bochum begann mit einem Festkommers, der unter Anwesenheit der örtlichen Vereine von den „Bröcher-Chören“, dem Kirchenchor „Cäcilia“, dem Frauenchor Niedererbach und der Bergkapelle „Vereinigung“ gesanglich und musikalisch gestaltet wurde. Hervorzuheben ist weiterhin die Jagdhornbläsergruppe des Hegerings Mühlenthal-Crottorf, die den Ablauf eines Jagdtages mit Parforce-Hörnern zu Gehör brachte.

Nach dem Freundschaftssingen am Samstag, an dem sich 15 Chöre beteiligten, stand der Festabend unter dem Motto „Musik und Tanz sind Trumpf“. Bekannte griechische und deutsche Folklore-Gruppen in ihren bunten Trachten präsentierten europäisches Brauc htum und Kulturgut. Einen weiteren Glanzpunkt des Abends setzte die amerikanische Sopranistin Virginia Townw mit einem bunten Operettenreigen.

Der gesangliche Höhepunkt der Festtage bildete am Sonntag ein hervorragend besetzter Gesangwettstreit mit 31 Chören und insgesamt 1200 Aktiven. Wertungsrichter waren Prof. Dr. Gerhard Schulte und Komponist Karl-Heinz Wolters. Als bester Chor des Tages wurde der MGV „Liederkranz“ Oberveischede mit Chordirektor Paul Gastreich bewertet, der somit den begehrten Meisterpreis erhielt.

Preisrichter und teilnehmende Chöre zollten dem ausrichtenden MGV „Sangeslust“ Anerkennung für die hervorragende Organisation dieses Wettstreittages.

Am 3. September nahm der MGV am Wertungssingen der „Eintracht“ in Morsbach teil. Mit dem Gesamtprädikat „sehr gut – hervorragend“ belegte er den 3. Platz von 17 teilnehmenden Chören.

30. Oktober: Pfarrgemeinde-Wunschkonzert in der St.-Elisabeth-Kirche in Birken.